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Am 23. Juli 2000 steigt das 22. Hochsprung-Meeting in Eberstadt � Einige neue Gesichter sind dabei Brisantes Rendezvous mit der Weltklasse Es wird der ultimative Olympia-Test f�r Sydney
2000. In Eberstadt trifft sich am 23. Juli die Weltelite der Hochspringer zum 22. Mal.Peter Schramm macht einen gelassenen
Eindruck, obwohl es langsam beginnt, das Kribbeln davor. �Wir sind diesmal fr�h dran�, sagt der Macher von Eberstadt. In 21 Jahren hat der Organisator des internationalen Hochsprung-Meetings
gelernt, dass man nicht gar nicht fr�h genug dran sein kann, wenn man dem Anspruch an sich selbst gen�gen will. Schlie�lich soll auch die 22. Auflage das Pr�dikat Extraklasse verdienen. Und die
Weltstars der Szene wollen zeitig wissen, woran sie sind. Da geht es bei Profis nat�rlich um die seit jeher rekordverd�chtige Atmosph�re unterm Eberf�rst, um die Koordination der Termine. Aber
auch um Nebensachen wie das Geld. �Unser Etat wird etwa wie im Vorjahr sein�, sagt Schramm, �damit k�nnen wir leben, aber ich hoffe doch, dass sich hier oder da noch etwas tut�. Damit sich
langfristig etwas tut, bastelt Schramm an einem F�rderkreis, der sich auch zu einem F�rderverein auswachsen k�nnte. Die Anfangsmannschaft soll noch vor dem Meeting stehen. Gedacht ist an
Einzelmitglieder, aber auch an Firmen, die das renommierte Meeting nicht nur unterst�tzen, sondern auch zusammen mit Freunden, Bekannten und Gesch�ftspartnern f�r kurzweilige Kontakte nutzen
wollen. Peter Schramm w�sste, was er an solchen Hochsprung-Freunden h�tte: Er h�lt selbstredend VIP-Karten (auch f�r andere H�hepunkte des Leichtathletik-Jahres) nebst 1 a-Betreuung bereit. 1 a,
das sind er und sein Kompagnon G�nter Eisinger sich schuldig, muss aber in erster Linie das Starterfeld am 23. Juli sein. Nicht nur, wenn es ab 13.30 Uhr bei der vorolympischen Flugschau Ernst
wird. Ab 10.30 Uhr n�mlich nehmen einige der besten U-20 Juniorinnen der Welt das Kleinfeld in Eberstadt in Beschlag. �Es soll eine interessante Erg�nzung sein�, sagt Schramm, �keine Konkurrenz
f�r die M�nner�. Kurz vor der Junioren WM in Chile d�rften dann auch die beiden russischen Klasse-Springerinnen Marina Kuptsowa (Bestleistung 1,94 m), die Nummer zwei der Welt, und Anna
Chicherowa (1,89 m) auf einen ernsten Form-Test aus sein. Das hofft zumindest Peter Schramm, der sie zusammen mit ihren Trainern nach Eberstadt eingeladen hat. Zu den weiteren sechs bis acht
Springerinnen geh�ren die st�rksten deutschen Juniorinnen Melanie Skotnik (1,85 m), Sophie Sagonas (1,85 m) und Eva M�ller (1,84 m). Beinahe euphorisch wird Schramm, wenn er zum Hauptprogramm des
Hochsprung-Sonntags kommt. Und das ist kein Zufall. �In der Halle gab es im Winter so gute Ergebnisse wie seit bestimmt drei, vier Jahren nicht mehr� sagt er. Bei der Auswahl der Besten hat er
denn auch die Qual der Wahl. Um den �berblick zu wahren, hat er die Kandidaten-Liste fein unterteilt. In die absoluten Top-Springer, die er auf jeden Fall pr�sentieren will. Zweitens die �ganz
wichtigen Springer�. Dann die in der schw�bisch-Schramm'schen Kategorie �Wenn m�glich, dann unbedingt� - und die auf der Warteliste. Zu den Top-Springern z�hlen Martin Bu� (Berlin/Leverkusen),
Vorjahressieger Mark Boswell (Kanada), der Europameister und Weltranglisten-Erste Artur Partyka (Polen) und, zum ersten Mal in Eberstadt: Russlands Weltmeister Wjatscheslaw Woronin. Pikant an
dessen Auftritt d�rfte sein, dass am gleichen Wochenende die russischen Leichtathletik-Meisterschaften stattfinden. Aber f�r den 2,37 m Springer hat sicher der Olympia-Test in Eberstadt
Priorit�t, zumal Peter Schramm nicht nur die Vermittlung des deutschen Verbandes in Anspruch genommen hat, sondern auch Woronins Landsleute Sergej Klijugin ( 2,36 m) und Piotr Braiko (2,30
m) aufbieten will. In Schramms Liste unter �ganz wichtig� tauchen gleich weitere f�nf neue Namen f�r Eberstadt auf. Da w�re zuerst der Amerikaner Matt Hemmingway, der f�r manchen �berraschend die
Hallen-Bestenliste mit 2,38 m anf�hrt. Neu sind auch die Schweden Stefan Holm (2,33 m) und Staffan Strand(2,32 m), die sich mit zwei interessanten Afrikanern messen sollen: Abderahame
Hammad (Algerien/2,32 m) und Anthony Idiata (Nigeria/ 2,32 m). F�r Deutschlands Hochsprung-Elite wird Eberstadt zur brisanten Olympia-Ausscheidung. Martin Bu� und Wolfgang Krei�ig(Mannheim) haben
das Sydney-Ticket praktisch in der Tasche. Aber das Dritte ist frei. Hier d�rfte es f�r Christian Rhoden (Leverkusen) oder Kristofer Lamos (Frankfurt) um jeden Zentimeter gehen. Einer wird fehlen
in Eberstadt: Javier Sotomayor (Kuba). Der Weltrekordler wartet nach der Kokain-Dopingprobe auf die Anh�rung beim Weltverband IAAF. Im April soll der Termin sein. Dass seine Suspendierung
aufgehoben wird, ist eher unwahrscheinlich. �Bis dahin�, sagt Schramm, �w�rde ich ihn und seine Frau vielleicht privat einladen�. Aber nicht als Springer.
Von J�rgen Kleine-Kampmann |