30. Internationales Hochsprung-Meeting

Eberstadt 27. - 29. Juni 2008
Drei-Tages-Event in der EberfürstArena

Erstmals zwei Sieger beim Männerspringen: Bernard und Moya ganz oben

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Das Jubiläumsmeeting hatte es in sich - auch beim Herrenspringen am Sonntagnachmittag. Denn so etwas hat man in Eberstadt noch nicht gesehen: Zwei Springer standen am Ende des Wettkampf am Sonntag auf dem Siegertreppchen: Martyn Bernard aus Großbritannien und der Kubaner Victor Moya. Beide Springer hatten die 2,30 Meter im ersten Versuch übersprungen. Während Moya dann aber an der 2,33-Meter-Marke scheiterte, ließ Martyn Bernard die Höhe gleich ganz aus und versuchte sich an 2,35 Meter. Jedoch ebenfalls erfolgslos. So mussten die Springer ins Stechen gehen. Einen Versuch über die 2,33 Meter hatten die Athleten - doch beide scheiterten. Im Hinblick auf die anstehenden harten Wettkämpfe und auf die Olympischen Spiele entschieden sie sich einvernehmlich, das Stechen abzubrechen und sich den Sieg brüderlich zu teilen. Das gab es zuvor in Eberstadt noch nie.

Hoch hinaus ging es aber auch bei anderen Springern. Gleich sechs Athleten flogen am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein über die magischen 2,30 Meter - so viele wie nie zuvor bei einem Wettkampf in diesem Jahr. Schade nur, dass der deutsche Hoffnungsträger Raul Spank die Latte bei dieser Höhe knapp riss. Mit dem Sprung über die 2,30 Meter hätte er sich wohl das Olympia-Ticket gesichert. So landete er nach übersprungenen 2,27 Meter auf dem achten Platz und muss hoffen, dass der DLV ihn trotzdem für Peking nominiert. Sicher mitfahren wird seit Sonntagmittag dafür der Pole Michal Bieniek. Er bezwang in Eberstadt die 2,30 Meter, scheiterte dann aber ebenfalls an der 2,33 Meter-Marke und wurde am Ende Dritter.

Die beiden Top-Favoriten Stefan Holm und Andrey Silnov lieferten ebenfalls einen sehr guten Wettkampf ab. Beide Springer überflogen die 2,30 Meter, schafften es damit aber aufgrund der größeren Anzahl an Fehlversuchen nur auf die Ränge vier (Silnov) und fünf (Holm). Sechster mit ebenfalls 2,30 Meter wurde der Italiener Andrea Bettinelli. Der Tscheche Thomas Janku musste sich hingegen als einer der ersten bei einer Höhe von 2,20 Meter verabschieden. Der U23-Springer Karim Lotfy, der nach seinem Landesrekord-Sprung von 2,25 Meter am Freitag noch kurzfristig ins Männerfeld aufgerückt war, verabschiedete sich ebenfalls mit 2,20 Meter vom Wettkampf.

Nach dem 30. Springen der Männer wurde Sportdirektor und Eberstadt-Macher Peter Schramm in der EberFürstArena eine große Ehre zuteil. Er empfing aus der Hand des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg Günther Oettinger die Staufermedaille in Gold. Eine Auszeichnung, die das Land nur sehr selten für herausragende Leistungen im Ehrenamt vergibt. "Seit 30 Jahren schlage ich einmal im Jahr montags die Zeitung auf und lese darin die Ergebnisse des Hochsprung-Meetings von Eberstadt. Was Sie hier geschaffen haben, ist einfach toll", betonte Oettinger vor 1500 Zuschauern bei der Ehrung.

Stimmen zum Herren-Springen

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"Das Eberstädter-Meeting, das Peter Schramm 1979 ins Leben gerufen hat, war ein grandioser Erfolg für Eberstadt und die Leichtathletik allgemein", Günther Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

"Ich habe nach diesen vier super Tagen das Gefühl, dass da immer einer die Hand über unser Springen hält. Ich bin unheimlich dankbar für dieses tolle Meeting und das gibt Auftrieb für die Zukunft", Peter Schramm, Initiator und Sportdirektor des Meetings

"Es tut mir ein bißchen im Herzen weh, dass ich nur Fünfter geworden bin, aber ich habe mich ganz arg gefreut, dass ich es über die 2,30 Meter geschafft habe und ich habe im Vergleich zu meinem ersten Wettkampf in diesem Jahr einen großen Fortschritt gemacht", Stefan Holm, Springer

"Ich bin einfach happy und ich werde im nächsten Jahr wiederkommen", Martyn Bernard aus Großbritanien, Sieger

"Ich freue mich, dass ich hier gewonnen habe. Für mich war es eine große Ehre, beim 30. Meeting mit dabei zu sein", Kubaner Victor Moya, ebenfalls Sieger

"Die Veranstaltung war Weltklasse. Ich habe auch für mich einiges dazu gelernt und es wäre toll, wenn ich in zwei bis drei Jahren ganz oben auf dem Treppchen stehen würde", Raul Spank, deutscher Springer

"Wir brauchen hier deutsche Springer und vor allem junge deutsche Springer wie Ariane und Raul", Peter Schramm

"Wir haben uns als Meeting kontinuierlich weiterentwickelt und wir werden auch im nächsten Jahr schauen, dass wir einen Termin Ende Juni oder Ende Juli bekommen", Harry Brunnet, erster Vorsitzender des Trägervereins

Ägyptische Höhenflüge

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Einen sensationellen Wettkampf erlebten die Zuschauer beim U-23-Springen des 30. Internationalen Eberstädter Hochsprung-Meetings. Der 19-jährige Ägypter Karim-Lotfy übersprang in der EberFürst-Arena 2,25 Meter und stellte damit einen neuen Ägyptischen Hochsprungrekord auf. Zuvor hatte der in Köln studierende Lotfy nur drei Sprünge über 2,10, 216 und 2,19 Meter gebraucht, um sich an den Landesrekord heranzutasten. An der B-Norm für Peking von 2,27 Meter scheiterte der Agypter nur denkbar knapp. "Ich bin sehr glücklich, hier einen neuen Landesrekord gesprungen zu haben, es war wunderbar in dieser Arena zu springen", meinte ein überglücklicher Lotfy, der von Dr. Wolfgang Ritzdorf von der Sporthochschule Köln betreut wird, nach dem Wettkampf. Es war der insgesamt 17. Landesrekord, der in der Geschichte des Meetings erzielt wurde. Gleichzeitig stellte Lotfy eine neue U-20 Weltjahresbestleistung auf. Nach seiner hervorragenden Leistung nominierte Peter Schramm, Sportdirektor des Internationalen Eberstädter Hochsprung-Meetings, den 19-jährigen für den Männerwettbewerb am Sonntag ab 13.30 Uhr.

Auf Rang zwei landete Rashid Al Manai aus Quartar mit übersprungenen 2,16 Meter, Dritter wurde unter dem Jubel seiner schwedischen Landsleute, die mit einem Bus die weite Reise nach Eberstadt angetreten hatten, Richard Halden mit übersprungen 2,10. Bester Deutscher im Feld der insgesamt 14 Springer wurde mit ebenfalls übersprungenen 2,10 Meter Rene Staussvon den Stuttgarter Kickers auf Rang vier. Lokalmatador Thomas Pfeiffer von der TG Heilbronn wurde mit einer Höhe von 2,08 Achter. Damit erwies sich der Wettkampf als bester U-23-Wettbewerb in der Geschichte des Meetings.

Yelena Slesarenko gewinnt das Frauenspringen

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Sie ging als Top-Favoritin an den Start und wurde ihrer Rolle am Ende gerecht: Mit übersprungenen 2,02 Meter gewann die Russin Yelena Slesarenko am Samstagmittag das Frauenspringen unterm Eberfürst. Zweite wurde die Deutsche Ariane Friedrich mit übersprungenen 2,00 Meter. Nach zwei nur knapp gerissenen Sprüngen über 2,02 Meter, ließ die Frankfurterin im dritten Vesuch dann sogar die 2,04 Meter auflegen. Das wäre eine neue persönliche Bestleistung gewesen aber Ariane Friedrich schaffte diese Höhe nach einem tollen Wettkampf dann nicht mehr. "Gegen eine Olympiasiegerin zu verlieren, ist keine Schande. Aber ein wenig traurig bin ich trotzdem", sagte die Frankfurterin nach dem Wettkampf. Auf den dritten Platz kamen gleich drei Springerinnen: Die Russin Viktoriya Slivka-Klugina, die Spanierin Ruth Beitia und die Ukrainerin Vita Palamar.

Insgesamt gingen zehn Springerinnen aus sechs Nationen in diesem Jahr an den Start und es deutete sich bereits früh an, dass der Wettkampf hochklassig werden würde. Nur zwei Springerinnen scheiterten unter der 1,90 Meter-Marke: Für Stimmungskanone Nicole Forrester aus Kanada war bereits bei der Höhe von 1,84 Meter Schluss, bei der Russin Svetlana Shkolina bei 1,88 Meter. Vorjahressiegerin Yekaterina Savchenko musste dann eine Höhe später, bei 1,92 Meter passen. Hatte sie die 1,92 Meter noch im dritten Versuch geschafft, war bei 1,95 Meter Schluss. Zusammen mit Tatyana Kivimyagi verabschiedete sie sich unter großem Beifall der 1200 Zuschauer vom Meeting.

Weiter ging es auf Weltklasse-Niveau. Gleich sechs Springerinnen schafften es im ersten Versuch über die 1,95 Meter. Darunter auch die spätere Siegerin Yelena Slesarenko und die Deutsche Ariane Friedrich. Bei der 1,98-Meter-Marke trennte sich dann aber die Spreu vom Weizen. Einzig und alleine die Frankfurterin schaffte es unter großem Applaus der Zuschauer, darunter über 200 Kinder vom AOK Kinder- und Jugendtag am Vormittag, im ersten Versuch über die Latte. Slesarenko zog mit einem tollen Sprung im zweiten Versuch gleich. Viktoriya Slivka-Klugina, Iva Straková, Ruth Beitia und Vita Palamar scheiterten und hatten am Ende alle übersprungene 1,95 Meter zu Buche stehen.

So kämpften Olympiasiegerin und Weltmeisterin Slesarenko und Europacupsiegerin Ariane Friedrich alleine um den Sieg. Während Friedrich die 2,00 Meter gleich im ersten Anlauf übersprang, machte es Slesarenko spannend. Erst im dritten Versuch klappte es. Es folgte 2,02 Meter und da zog Slesarenko das erste Mal an der Deutschen vorbei. Im zweiten Anlauf überflog sie die Höhe. Friedrich ließ die Latte nach zwei missglückten Versuchen sogar noch auf 2,04 Meter auflegen. Jedoch ohne Erfolg. An dieser Höhe scheiterte die Deutsche und verabschiedete sich als Zweite aus dem Wettkampf - unter tosendem Applaus der Besucher. Slesarenko versuchte sie ebenfalls erfolglos noch zwei Mal an 2,04 Meter, beendete den Wettkampf dann aber ohne dritten Versuch als Siegerin. Damit hat sie sich einen Wunsch erfüllt: Olympiasiegerin und Weltmeisterin war sie bereits, der Titel in Eberstadt fehlte. Bis heute. "Ich war schon oft hier, aber in diesem Jahr wollte ich umbedingt gewinnen", sagte sie bei der anschließenden Pressekonferenz.

Stimmen zum Damen-Wettbewerb

"Ich bin rundum zufrieden, es war absolute Weltklasse, was wir heute gesehen haben. Unsere Bemühungen sind belohnt worden." Peter Schramm, Sportdirektor des Internationalen Eberstädter Hochsprung-Meetinges


"Günter Eisinger und ich haben eine sehr enge Verbindung und auch eine sehr freundschaftliche Beziehung. Er ist für mich Vater, Freund, Trainer und Manager". Die zweitplatzierte Ariane Friedrich


"Ich war schon oft hier und wollte immer gewinnen, aber diesmal ganz besonders. Es war für mich ein besonderer Wunsch und ich bin froh, dass es jetzt geklappt hat".
Yelena Slesarenko, Siegerin in Eberstadt


"Ich freue mich hier dabeigewesen zu sein. Ich werde für Olympia so hart traineren wie ich kann. Ich denke, dass es in Peking meine letzten Olympischen Spiele sein werden und hoffe, dass ich um Platz drei mitspringen kann". Ruth Beitia, Drittplatzierte in Eberstadt.

"Ich freue mich besonders, dass wir nach 2004 diesmal sogar zwei Springerinnen hatten, die über 2 Meter sprangen". Harry Brunnet, Erster Vorsitzender des Trägervereins Internationales Hochsprung-Meeting

AOK Kinder- und Jugendtag mit neuem Teilnehmerrekord

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Mit neuem Teilnehmerrekord bleibt der AOK Kinder- und Jugendtag einzigartig als Breitensportveranstaltung bei einem WeltklasseMeeting. Insgesamt 350 Kinder- und Jugendliche waren mit Begeisterung dabei. Zum Abschluss der einzelnen Sportstationen ging es in die EberfürstArena. Olympiasieger, Weltrekordler und EberfürstArena-Rekordhalter Javier Sotomayor machte mit und zeigte den Kids wie man über die Latte springt.
Für die 350 Kinder- und Jugendliche war es ein fantastischer Vormittag. Gerne wollen sie 2009 wieder kommen.

Kleines Feld - große Leistung

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Lediglich vier von sieben angemeldeten U-23 Springerinnen gingen beim 30. Internationalen Hochsprung-Meeting von Eberstadt an den Start. Dem Wettkampf tat das kleine Teillnehmerfeld allerdings überhaupt keinen Abbruch.

Nachdem Jasmin Kalsi von der LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg mit übersprungenen 1.72 Meter ausgeschieden war, lieferten sich die Schwedin Victoria Dronsfield, die Belgierin Hannelore Desmet und Jennifer Klein von der MTG Mannheim einen harten Wettampf. Victoria Dronsfield, mit 17 die jüngste Teilnehmerin im Feld, stellte bei herrlichem Wetter mit 1,80 Meter ihre persönliche Bestleistung ein, scheiterte dann aber drei Mal an der Höhe von 1,82 und belegte schließlich Rang 3. Zwei Zentimeter höher ging es für Hannelore Desmet, die einen guten Wettampf hinlegte und nur knapp an 1,84 Meter scheiterte.

Besonders spannend machte es die baden-württembergische Lokamatadorin Jennifer Klein. Die 20-jährige sprang die Höhen von 1,80 und 1,82 erst im dritten Versuch und schaffte nach einer Energieleistung dann auch noch die 1,84 Meter im letzten Durchgang. Damit stelle die Mannheimerin ihre persönliche Bestleistung ein und sicherte sich nach 2005 zum zweiten Mal den Sieg beim U-23 Springen in Eberstadt.

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